blacksheep_vape
von am 26.02.2019
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Derzeit ist eine Marke in aller Munde … Eine Marke, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Tabakzigarette vollkommen vom Markt zu verdrängen und so das Leben der Raucher auf der ganzen Welt zu verbessern. JUUL - Dabei wird teilweise mit ziemlich harten Bandagen gekämpft. Da es in diesem Review nicht um die Geschäftspolitik und das viele drumherum der Marke an sich, sondern um das Produkt selbst gehen soll, verweise ich bei Interesse auf den überaus informativen Beitrag meiner lieben Kollegin @Panthai im Bereich „News & Politik“.

JUUL sieht sich selbst mit o.g. Strategie anscheinend auf dem Weg eine der beliebtesten Dampfer-Marken der Welt zu werden. Da lohnt es sich also zu wissen worauf man sich einlässt, wenn man sich für so ein Ready-To-Vape Produkt entscheidet.

Was ist die JUUL?

Bei der JUUL handelt es sich um ein geschlossenes MTL (Mouth-To-Lung / Mund-Zu-Lunge) Podsystem, heißt man kann nur E-Liquids und Pods verwenden, die vom Hersteller dafür angeboten werden. Es besteht also auch hier ein starker Kontrast zum Großteil des Marktes, der vermehrt aus sogenannten “offenen Dampfsystemen” besteht, bei denen man das Liquid, den Verdampfer und den Mod selbst auswählen kann. Natürlich entsteht einem Hersteller aus diesen Gründen gleichzeitig ein enormer Druck genügend Optionen zu schaffen, um die wachsende Zahl Dampfer (insbesondere Umsteiger) zufrieden zu stellen.

JUUL hat mitunter durch seinen hohen Nikotingehalt in den USA hier in der EU für einen lauten Aufschrei gesorgt. Dabei spreche ich von Konzentrationen über 50mg/ml … ergo in der EU reguliert und nicht zulässig. Man beschränkt sich hierzulande auf den zulässigen Höchstwert von 20mg/ml. Allerdings handelt es sich nicht um herkömmliches Nikotin, sondern um sogenanntes Nikotinsalz (NicSalt). Nikotinsalz hat die Eigenschaft, dass der gewöhnliche Raucher … sprich auch „der Umsteiger (m/w/d)“ … nicht den gewohnten Druck (Throat-Hit) auf der Lunge verspürt, wie es bei einer herkömmlichen Zigarette der Fall ist. Das mag sich im ersten Moment ganz gut anhören kein kratzen mehr zu verspüren, bei mir hat das jedoch einige andere Nebenwirkungen verursacht. Diese reichten von Schwindel über Kopfschmerzen bis hin zu Übelkeit. Nun könnte man mir unterstellen, ich sei ein „Dauernuckler“ … ja, allerdings nicht bei diesen Geräten und schon gar nicht bei so einer Nikotinstärke. Ergo stellt sich für mich die Frage … ist die JUUL denn jetzt wirklich einsteigerfreundlich?

Bevor wir zu diesem Fazit kommen möchte ich ein klein wenig auf das Gerät selbst eingehen. Ich habe hier das Starter-Set mit einer JUUL und vier Geschmacksvariationen. Das Kit selbst kommt in einer relativ unspektakulären Verpackung, bestehend aus der JUUL, einer dazugehörigen USB-Ladeeinheit und in der anderen Verpackung den vier Pods. Das war’s. Klar eine Kurzanleitung war natürlich auch dabei. Das Gerät an sich ist relativ leicht (nur 14g) und fühlt sich auch nicht so wertig an. Da hatte ich schon besseres in der Hand und an den Lippen. Die Akkukapazität beträgt nur 200mAh und reichte bei mir nie einen ganzen Tag. Und jetzt kommt’s … der Ladevorgang dauert 50 Minuten, bis das Gerät wieder voll aufgeladen war. Nächster Punkt ist diese USB-Ladeeinheit, ja muss ich die denn überall mit hinschleppen, damit ich das Gerät laden kann … unglaublich, aber wohl wahr. Warum nicht einfach ein USB-Stecker oder USB-C um auch die Ladezeit zu verkürzen, nein man muss hier eine ganz eigene Suppe kochen. Durch einen Magneten gehalten kann man die JUUL darin in jeder noch so unmöglichen Position an einen USB-Steckplatz anstecken … dabei hält der Magnet das Gerät erstaunlich gut an seinem Platz. Design und Verarbeitung werden, was die Anschaffung betrifft, allerdings nicht gerecht. Klar, man bekommt vier Pods mit je nur 0,7ml Liquid und kann sofort loslegen, aber das kann es alleine ja wohl nicht ausmachen.

Okay, einen der Pods ausgepackt und wie gewohnt oben in das Gerät gesteckt, signalisiert dieses durch ein kurzes Aufleuchten der LED, dass sie einsatzbereit ist. Die JUUL verfügt ebenfalls über eine Zugautomatik und sorgt hier auch für das Gefühl, an einer herkömmlichen Tabakzigarette zu ziehen. Erster Zug … was? Zweiter Zug … okay, jetzt kommt was! Dritter Zug … ein leichtes Dämpfchen entweicht meinem Mund. Gut … dass es sich hier nicht um eine Nebelmaschine handelt, war mir schon klar. Was ich allerdings sehr vermisst habe, war der Geschmack. Leute, die Pods schmeckten mir persönlich alle nicht. Das, was drauf stand war schon drin, aber irgendwie fehlte mir das was. Auch das kenne ich nun bereits von anderen Systemen besser. Natürlich wollte ich das Gerät auch einem Langzeittest unterziehen. Also nahm ich es für mehrere Tage immer mit zur Arbeit. Ich komme wirklich nicht viel zu Dampferpausen … aber meist war schon Mittag bzw. am frühen Nachmittag schon Schluss und ich musste das Gerät wieder aufladen. Glücklicherweise hatte ich die Ladeeinheit nicht zu Hause vergessen … und ich bin da echt so ein Kandidat für. Ein USB-Ladekabel hat man immer irgendwo rumliegen, aber ohne Ladeeinheit … keine Chance! Signalisiert werden die Ladezustände übrigens durch Grün, Gelb und Rot … was selbsterklärend für Voll, halbvoll und leer steht. Leer war das Ding wie erwähnt auch ziemlich schnell, sodass ich relativ bald darauf verzichtet habe. Wenn es so auch einem Umsteiger geht, dann ist mir völlig klar, dass dieser ziemlich schnell wieder zu einer Zigarette greift. Nicht ganz im Sinne des Erfinders.

Fazit: Die geringe Qualität und die flach schmeckenden Pods haben mir leider nicht viel Spaß gemacht. Auch war mir dieses eckige Mundstück immer irgendwie unangenehm an den Lippen. Diese USB-Ladeeinheit immer mitnehmen zu müssen fand ich extrem nervig. Ich bin wohl eher anfällig, was dieses Nikotinsalz angeht und das mag auch nicht für jeden zutreffen … eine solche Variante und dann auch in nur einer Stärke an einen Umsteiger auszugeben, halte ich doch für sehr fraglich. Wie gesagt, bei mir hatte es Nebenwirkungen, die ganz klar darauf zurückzuführen waren. Persönlich habe ich nun wieder was gelernt und bin doch froh, den Umstieg auch auf „herkömmliche“ Weise geschafft zu haben. Es bleibt der Fakt, dass es sich um ein sehr einfaches und somit auch Einsteigerfreundliches Gerät handelt, was den Gebrauch betrifft. Von diesem NicSalt halte ich jedoch persönlich nicht sehr viel. Ich bin mir durchaus bewusst, dass dieses System seine Anwender findet, bei mir fällt es jedoch leider durch.

⚫⚫⚪⚪⚪⚪⚪⚪⚪⚪ (2/10)

Gut Dampf! Euer blacksheep_vape

Anhang
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Erstellt in: Mods & More
Stichwort: juul, podsystem, einsteiger